Über Mich
Ich hatte Glück: ich stand früh im Wald.
Als Kind, das Abenteuer erlebt und Bauklötze staunt.
Der Großvater meiner besten Kindergarten-
freundin war hier im Essener Süden, in dem ich aufwuchs, Revierförster und nahm uns Kinder oft am frühen Morgen mit in den Wald.
Wir fütterten Rehe, wir schauten und lernten, dass wir selbst still sein müssen, wenn wir zuhören wollen. Er zeigte uns Spuren im Wald, erklärte uns Pflanzen und Fährten und brachte uns bei, der Natur mit offenen Sinnen zu begegnen. Ich erinnere mich noch genau an das erste Uhu-Gewölle in meiner Hand, was ich unter einer grossen Fichte gefunden hatte.
Fell und kleine Knochen, ineinander verwebt. Zum Schrecken meiner Eltern suchte ich dann immer wenn ich im Wald war, nach weitereren Gewöllen, zerlegte sie zu Hause fein säuberlich und sammelte diese kleinen Knochen in einem alten Einmachglas, das war mein erster magischer Schatz.
Der Wald war für mich immer eine riesige, lebendige und magische Welt hinter dem grünen Vorhang.
Später bin ich einen anderen Weg gegangen. Ich wollte gestalten und kreativ sein. Ich habe Design dann studiert und bin in der Werbung gelandet, habe viele Jahre als Designer in Agenturen gearbeitet, Marken gebaut, Identitäten entwickelt und Geschichten und schöne Verpackungen für Produkte erfunden, die ohne Geschichte nicht besser als die Konkurrenz waren.
Ich funktionierte gut. Ich war schnell, kreativ und präzise und irgendwann war ich sogar so eine Art Notarzt für Projekte, an die sich andere nicht herantrauten, wegen zu kurzer Dealines, zu hohen Anforderungen, zu anstrengenden Kunden.
Aber irgendwann merkte ich, dass die Geschwindigkeit, in der ich lebte, nicht meine war.
Es war wie ein Raum voller tickender Uhren. Immer kürzere Deadlines, riesige Erwartungen und Anforderungen. Überall um mich herum ein Overload an Daten, Medien und nervöser Energie.
Alles wurde immer lauter und rief permanent “Schneller!”
Irgendwo darunter gab es aber noch einen anderen Rhythmus. Leise, langsam, kraftvoll und ewig geerdet. Ich hörte trotzdem lange nicht hin.
Die Rückkehr in den Wald war keine romantische Entscheidung, es war Notwendigkeit, ein Rufen, es war Heimkehr.
Ein Nach-Hause-kommen zu einer alten Freundin, die nie wirklich weg war und die mich nie vergessen hatte. Aber ich sie. Als ich das erste Mal vor Jahren wieder bewusst in den Wald ging, wurde ich weich und liebevoll empfangen, getragen von Mama Erdes Schoß und dem Wissen, dass das hier unser wahres zu Hause ist.
Ich begann mich wieder ernsthaft mit Naturarbeit zu beschäftigen, erforschte Pflanzenmagie und die Heilkunst unserer Ahnen, lernte prozessorientierte Naturtherapie, ließ mich unter anderem zum Divinationsleiter und Kambo-Practitioner ausbilden, vertiefte schamanische Praxisformen und arbeite heute als Naturtherapeut und begleite Menschen in Übergängen. Was ich dort wiederfand, war
keine Methode, sondern innere Haltung. Ich bin Animist. Das bedeutet für mich nicht glauben,
im religiösen Sinne. Es bedeutet für mich Beziehung. Zur Natur, zu Mama Erde und all ihren Geistern, die die Welt beseelen. Ich erlebe die Welt als verbunden. Ein Baum ist kein Objekt. Ein Stein ist nicht „nur“ Materie. Der Wind ist nicht bloß Wetter. Alles ist verbunden und steht miteinander in Kontakt. Und wir Menschen sind Teil dieses Gesprächs, wir haben nur verlernt zuzuhören, in einer Welt die sich anfühlt, wie ein überdrehter Marktplatz aus Informationsflut, Licht und Lärm. Und wo bleibt der Raum, um die eigene Stimme noch zu hören, um den eigenen Atem noch zu hören?
Unsere Tage werden seziert in Feeds, Häppchen, Reize, kleine Stöße Dopamin, bis das eigene Innenleben nur noch „später“ sagt und das Später niemals kommt. Draußen rast alles, während viele Menschen in ihren Prozessen stehen bleiben. Nicht etwa, weil ihnen Wille fehlt, sondern weil das System um sie herum keine Langsamkeit mehr kennt, keine Trauer, kein echtes Verdauen von Erfahrung. Und dieser Hintergrundton, der nicht verstummt: Krieg, irgendwo auf der Welt brennt es mittlerweile immer. Städte frieren, wenn die Energie angegriffen wird. Ganze Regionen kämpfen selbst im „Waffenstillstand“ weiter um Sicherheit, Wasser, Leben. Die Welt spricht von Frieden, handelt dann aber oft wie ein getriebener Körper, der seine Wunden nicht sehen kann, nicht sehen will.
Das Patriarchat, diese alte, mittlerweile erblindete Maschine aus Härte, Beschleunigung und Kontrolle hat so lange auf Leistung und Ausbeutung statt Beziehung gesetzt, dass jetzt überall die Risse sichtbar werden: in Erschöpfung, in Gewalt, in dem Zwang, wie wir uns von allem Lebendigen und Wilden und den uralten Zyklen der Natur mehr und mehr entfremden.
Mama Erde, unsere Körper, unsere Seelen fordern wieder Rückkehr in den eigenen Takt.
In den stillen Raum, wo wir wieder unser Selbst hören können.
In meiner Arbeit benutze ich die Natur nicht als Kulisse, wie manche denken, ich arbeite in Beziehung, Respekt und tiefem Vertrauen mit ihr. Wenn wir im Wald stehen, begegnen wir wieder uns selbst. Zwischen Arbeit, Familie, Anforderungen, Rollen, Erwartungen und
Glaubenssätzen ist es schwer, den eigenen Takt zu hören, so wie in dem Raum voller tickender Uhren. Im Wald wird es still. Der Wald ist. Und wenn wir uns darauf einlassen, wird wieder hörbar, was darunter ist, dein ganz eigener Rhythmus.
Ich arbeite mit naturtherapeutischen und schamanischen Techniken, der Natur selbst, ihren Zyklen und ihrem unendlichen Reichtum an Räucherstoffen, Heilpflanzen und magischen Erfahrungen, die Mama Erde für uns bereit hält, mit dem Rhythmus der Trommel, mit den Elementen Feuer, Wasser, Luft, Erde und dem Raum dazwischen.
Wir halten zusammen an und fragen, wo du stehst. Wo du brennst. Wo es fliesst. Wo du dir Klarheit wünschst, wo du wieder Halt in dir selbst wünschst.
Von hier gehen wir zusammen los. Ich bin kein Heiler oder Guru, ich bin Wegbegleiter und Gefährte. Ich verspreche dir keine Wochenend-Transformation, sondern begleite dich einfach ein Stück. Der Rest gehört dir. Und dem größeren Kreislauf, dem wir alle angehören.
Wenn du spürst, dass dein eigener Rhythmus leiser geworden ist oder dass du ihn wiederfinden willst möchtest, dann könnte der Wald ein guter Ort sein, um zu beginnen.